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Immobilien

Nebenkosten beim Hauskauf in Baden-Württemberg – Kompletter Überblick

Schwabenhyp Redaktion Veröffentlicht am 28. Mai 2025 · 5 Min. Lesezeit

Kurz & knapp

Die Kaufnebenkosten beim Hauskauf in Baden-Württemberg betragen ca. 10–12 % des Kaufpreises. Sie setzen sich zusammen aus 5 % Grunderwerbsteuer, ca. 1,5 % Notarkosten, ca. 0,5 % Grundbuchkosten und ca. 3,57 % Maklergebühr. Bei einem Kaufpreis von 350.000 € sind das rund 37.000 €.

Inhaltsverzeichnis

Kaufnebenkosten in BW: Überblick

Beim Immobilienkauf in Baden-Württemberg fallen neben dem Kaufpreis erhebliche Nebenkosten an. Diese werden oft unterschätzt und sollten bei der Finanzierungsplanung unbedingt berücksichtigt werden.

Gesamte Nebenkosten in Baden-Württemberg: ca. 10-12% des Kaufpreises

KostenartProzentsatzBei 350.000 €Bei 500.000 €
Grunderwerbsteuer5,0%17.500 €25.000 €
Notarkostenca. 1,5%5.950 €8.500 €
Grundbuchamtca. 0,5%1.750 €2.500 €
Maklergebührca. 3,57%12.495 €17.850 €
Gesamtca. 10,6-11,1%ca. 37.700 €ca. 53.850 €

Grunderwerbsteuer: 5% in Baden-Württemberg

Die Grunderwerbsteuer ist die größte Nebenkostenposition. In Baden-Württemberg beträgt sie 5,0% des Kaufpreises und wird vom Finanzamt erhoben.

Wichtig zu wissen:

  • Die Steuer wird auf den gesamten Kaufpreis berechnet, inklusive mitgekauftem Inventar
  • Tipp: Moviertes Zubehör (Einbauküche, Markise, Sauna) kann im Kaufvertrag separat ausgewiesen werden – darauf fällt keine Grunderwerbsteuer an
  • Die Steuer muss innerhalb von 4 Wochen nach Bescheid bezahlt werden
  • Ohne Zahlung erfolgt keine Eigentumsumschreibung im Grundbuch

Grunderwerbsteuer im Bundesländer-Vergleich

Baden-Württemberg liegt mit 5% im Mittelfeld:

BundeslandSatz
Bayern3,5% (günstigstes)
Baden-Württemberg5,0%
NRW, Schleswig-Holstein6,5% (teuerstes)

Notarkosten: ca. 1,5-2%

Der Notar beurkundet den Kaufvertrag und wickelt den Eigentumsübergang ab. Die Kosten sind gesetzlich geregelt (Gerichts- und Notarkostengesetz).

Was der Notar macht:

  • Kaufvertragserstellung und Beurkundung
  • Eintragung der Auflassungsvormerkung
  • Einholung aller Genehmigungen
  • Veranlassung der Eigentumsumschreibung
  • Bestellung und Eintragung der Grundschuld (für die Bank)

Aufschlüsselung bei 350.000 € Kaufpreis:

  • Beurkundung Kaufvertrag: ca. 2.100 €
  • Vollzugstätigkeiten: ca. 600 €
  • Betreuungstätigkeiten: ca. 600 €
  • Grundschuldbestellung: ca. 1.050 €
  • Sonstiges (Auslagen, USt): ca. 1.600 €
  • Gesamt: ca. 5.950 €

Grundbuchamt: ca. 0,5%

Das Grundbuchamt berechnet Gebühren für die Eintragung des neuen Eigentümers und der Grundschuld.

Typische Kosten:

  • Eigentumsumschreibung: ca. 0,3% des Kaufpreises
  • Grundschuldeintragung: ca. 0,2% der Grundschuld
  • Auflassungsvormerkung: ca. 0,15% (wird später auf Eigentumsumschreibung angerechnet)

Maklergebühr: ca. 3,57%

Seit Dezember 2020 gilt die Teilung der Maklergebühr: Käufer und Verkäufer zahlen jeweils die Hälfte. In Baden-Württemberg beträgt die übliche Gesamtprovision 7,14% (inkl. MwSt.), also 3,57% pro Seite.

Wichtig:

  • Die Maklerprovision ist verhandelbar
  • Bei Privatverkäufen ohne Makler entfällt diese Gebühr komplett
  • Achten Sie auf die Formulierung im Kaufvertrag

Versteckte Kosten, die oft vergessen werden

Neben den klassischen Nebenkosten gibt es weitere Ausgaben:

Vor dem Kauf

  • Gutachterkosten: 500-1.500 € für eine professionelle Immobilienbewertung
  • Finanzierungskosten: Bereitstellungszinsen, falls das Darlehen nicht sofort abgerufen wird (ca. 0,25% pro Monat)

Nach dem Kauf

  • Renovierung/Sanierung: Je nach Zustand 10.000-100.000+ €
  • Umzugskosten: 1.000-5.000 €
  • Einrichtung: Variable Kosten
  • Grundsteuer: Laufende jährliche Steuer (ab 2025 neues Modell in BW)
  • Versicherungen: Wohngebäudeversicherung, Hausratversicherung

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus in Stuttgart

Kaufpreis: 500.000 €

PositionBetrag
Kaufpreis500.000 €
Grunderwerbsteuer (5%)25.000 €
Notarkosten (ca. 1,7%)8.500 €
Grundbuchamt (ca. 0,5%)2.500 €
Maklergebühr (3,57%)17.850 €
Gesamtkosten553.850 €
Nebenkosten gesamt53.850 €

Bei 20% Eigenkapital (100.000 €) benötigen Sie also ein Darlehen von 453.850 €.

Tipps zum Sparen bei den Nebenkosten

  1. Inventar separat ausweisen: Einbauküche, Markise etc. im Kaufvertrag einzeln auflisten – spart Grunderwerbsteuer
  2. Maklercourtage verhandeln: Besonders bei hochpreisigen Immobilien möglich
  3. Ohne Makler kaufen: Privatverkäufe auf Immobilienportalen oder in Zeitungen
  4. Fördermittel prüfen: KfW-Programme können die Gesamtkosten senken
  5. Notarkosten sind fix: Hier lässt sich nicht verhandeln, die Gebühren sind gesetzlich festgelegt

Fazit

Die Kaufnebenkosten in Baden-Württemberg belaufen sich auf rund 10-12% des Kaufpreises. Bei einer Immobilie für 350.000 € sind das fast 40.000 € zusätzlich. Diese Summe sollte idealerweise aus Eigenkapital bezahlt werden, da Banken Nebenkosten nur ungern mitfinanzieren.

Unser Tipp: Planen Sie die Nebenkosten von Anfang an in Ihre Finanzierung ein. Unser Baufinanzierungsrechner berücksichtigt automatisch alle Nebenkosten für Baden-Württemberg.

Weiterführend: Wie viel Haus kann ich mir leisten? | Immobilienpreise in Baden-Württemberg 2026 | Kaufen oder Mieten?

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Nebenkosten beim Hauskauf in Baden-Württemberg?

Die Kaufnebenkosten in BW betragen insgesamt ca. 10–12 % des Kaufpreises. Darin enthalten sind 5 % Grunderwerbsteuer, ca. 1,5 % Notarkosten, ca. 0,5 % Grundbuchkosten und ca. 3,57 % Maklergebühr.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg?

Die Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg beträgt 5,0 % des Kaufpreises. Damit liegt BW im Mittelfeld der Bundesländer – Bayern ist mit 3,5 % am günstigsten, NRW und Schleswig-Holstein mit 6,5 % am teuersten.

Kann man Kaufnebenkosten beim Hauskauf senken?

Ja, teilweise. Bewegliches Zubehör wie Einbauküche oder Markise kann im Kaufvertrag separat ausgewiesen werden – darauf fällt keine Grunderwerbsteuer an. Die Maklercourtage ist seit 2020 zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.

Muss ich die Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlen?

Ja, die Kaufnebenkosten sollten vollständig aus Eigenkapital bezahlt werden. Banken finanzieren in der Regel nur den reinen Kaufpreis oder Verkehrswert der Immobilie. Eine Finanzierung der Nebenkosten ist zwar möglich, führt aber zu deutlich höheren Zinsen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert, jedoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit oder Aktualität. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Finanzberater.

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